Deutsche Messewirtschaft fordert mehr Unterstützung der Politik in Bund und Ländern

Deutsche Messewirtschaft fordert mehr Unterstützung der Politik in Bund und Ländern
  • Branche steht für Milliarden-Wertschöpfung in Deutschland

  • Prognos-Studie zu Effekten auf Jobs, Steuern und Investitionen veröffentlicht

  • Erste umfassende Erhebung seit 2018

Berlin, 3. März 2026 | 11,8 Milliarden Euro geben ausstellende Unternehmen für ihre Messeauftritte in einem durchschnittlichen Messejahr in Deutschland aus. Besucherinnen und Besucher von Messen hierzulande geben durchschnittlich 3,9 Milliarden Euro in dem Zeitraum aus. Hinzu kommen regelmäßige Investitionen von hiesigen Messegesellschaften in Infrastruktur und Energieeffizienz in Höhe von 140 Millionen Euro. Das zeigen vertiefende Zahlen der soeben veröffentlichten Studie „Der Messe-Effekt: Wertschöpfung, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit“ zur wirtschaftlichen Bedeutung der Messewirtschaft in Deutschland. Es ist die erste größere Erhebung dieser Art seit 2018. Erstellt wurde die Studie vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA. 

Die Studie zeigt, dass die direkten Ausgaben und Investitionen von rund 15,9 Milliarden Euro weitere, indirekte wirtschaftliche Effekte in Höhe von 10,1 Milliarden Euro auslösen. Diese entstehen vor allem durch Zulieferbeziehungen. Noch einmal 3,9 Milliarden Euro Wertschöpfung entstehen entlang der Lieferkette, sogenannte induzierte Effekte. 

Zusammengenommen trägt die Messewirtschaft in Deutschland damit Jahr für Jahr mit gut 30 Milliarden Euro wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei. Die aktuelle Prognos-Studie zeigt zudem, dass in Deutschland wenigstens 280.000 Arbeitsplätze durch die Messewirtschaft gesichert werden. Neben der Messebranche selbst werden vor allem Jobs im Transportbereich, im Gastgewerbe sowie im Handel gesichert oder geschaffen.

  • Philip Harting, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Die deutsche Messewirtschaft ist Schlüsselindustrie für die internationale Vernetzung und eine Exportförderung ersten Ranges. Deutschland ist Messeplatz Nummer 1 in der Welt. Zwei Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden in Deutschland statt. Die Wirtschaftspolitik in Bund und Ländern muss den Messeplatz Deutschland stärken: Eine moderne und digitale Visa-Vergabe für unsere ausländischen Messegäste, eine Top-Verkehrsinfrastruktur sowie Messe-Förderprogramme, die einer führenden Exportnation gerecht werden, sind die Basis für die weltweite Spitzenposition.”

Ein durchschnittliches Messejahr sorgt zudem für 5,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen für den Staat. Besonders der Bund profitiert mit allein knapp 2,4 Milliarden Euro, gefolgt von den Ländern mit gut 2,3 Milliarden Euro. Dafür sorgen vor allem die Einkommens- und Umsatzsteuer. An die Kommunen in Deutschland fließen durch das Messegeschäft rund 700 Millionen Euro an Steuergeld. 

Die Prognos-Studie basiert auf einer großangelegten Befragung von mehr als 33.700 Besucherinnen und Besuchern und von über 17.700 ausstellenden Unternehmen in Deutschland. Durchgeführt wurde sie zwischen September 2024 und Oktober 2025 bei 30 Messeveranstaltungen an zehn deutschen Messeplätzen. Sie steht repräsentativ für einen durchschnittlichen Messeturnus mit mehr als 1.800 Messeveranstaltungen über zwei Jahre. Nicht eingeflossen in die Erhebung sind wirtschaftliche Effekte durch Vertragsabschlüsse auf Messen.

Der AUMA ist der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V., der Dachverband der deutschen Messewirtschaft. International wie national vertritt er die Interessen aller großen und mittleren Messegesellschaften Deutschlands, internationaler Veranstalter in Deutschland sowie der Verbände, welche Aussteller, Service-Unternehmen, kleine Messeveranstalter, Besucherinnen und Besucher vertreten.

Gleich 70 Messeplätze zwischen Nordsee und Bodensee machen das Messeland weltweit einmalig. Mit 3,25 Millionen Quadratmetern Hallenfläche stellt Deutschland allein ein Fünftel der europäischen und mehr als sieben Prozent der weltweiten Ausstellungsfläche. Zwei Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden hierzulande statt. 65 Prozent der Aussteller und 35 Prozent der Fachbesucher aller Leitmessen kommen im Schnitt aus dem Ausland. Internationale, nationale und regionale Messen in Deutschland ziehen in Spitzenzeiten über 235.000 ausstellende Unternehmen und 16 Millionen Besucherinnen und Besucher an. 

Durch Messen in Deutschland werden wenigstens 280.000 Jobs gesichert. Die Messewirtschaft in Deutschland trägt Jahr für Jahr mit gut 30 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei. Bund, Länder und Gemeinden nehmen 5,4 Milliarden Euro an Steuern durch Messen in Deutschland ein.

Messe Friedrichshafen: Wirtschaftsschub durch Messen

Messe Friedrichshafen: Wirtschaftsschub durch Messen

Eine aktuelle Prognos-Studie bestätigt: Die Messe Friedrichshafen zählt zu den wichtigsten Wirtschaftstreibern der Region. Ihre Veranstaltungen erzeugen deutschlandweit 519 Millionen Euro Umsatz – davon bleiben 230 Millionen Euro im Bodenseekreis und 115 Millionen Euro im übrigen Baden-Württemberg. Besonders deutlich zeigt sich die regionale Verankerung: 56 Prozent der direkten Ausgaben von Besuchenden und Ausstellern fließen unmittelbar in den Bodenseekreis.
Durch die Messeaktivitäten werden jährlich rund 4.800 Arbeitsplätze gesichert, fast die Hälfte davon in der Region. Auch der Tourismus profitiert erheblich: Ein durchschnittliches Messejahr bringt 230.000 Übernachtungen im Bodenseekreis sowie weitere 35.000 Übernachtungen im Land.

Die Studie weist zudem 98 Millionen Euro Steuereinnahmen aus, wovon 11 Millionen Euro direkt an die Stadt Friedrichshafen und den Bodenseekreis gehen. Von den restlichen Mittel profitieren das Land Baden-Württemberg, die übrigen Bundesländern und der Bund.

Dienstleistungsbranchen wie Messeleistungen, Handel und Gastgewerbe zählen zu den größten Gewinnern. Besuchende geben pro Messebesuch im Durchschnitt 260 Euro aus, Aussteller investieren im Schnitt 46.000 Euro pro Unternehmen. Vor allem kleine und mittlere Aussteller tragen überdurchschnittlich zur regionalen Wertschöpfung bei.

„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark die Messe Friedrichshafen zur wirtschaftlichen Stabilität und Attraktivität des Standorts beiträgt“, betont Messegeschäftsführer Klaus Wellmann. „Unsere Veranstaltungen stärken Wertschöpfungsketten und sind ein unverzichtbarer Motor für die Region.“

Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Befragungen von Besuchenden und Ausstellern der Jahre 2024 und 2025. Laut AUMA trägt die deutsche Messewirtschaft jährlich mit rund 30 Milliarden Euro wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei.

Weitere Informationen: https://www.messe-friedrichshafen.de

 

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