Trotz Multikrisen: Ausstellende Unternehmen schwören auf ihre Messen

Trotz Multikrisen: Ausstellende Unternehmen schwören auf ihre Messen
  • Wirtschaftsflaute und Geopolitik sorgen für leichte Zurückhaltung
  • Messe gehört zu den am höchsten bewerteten Marketing-Maßnahmen
  • Kongress der ausstellenden Wirtschaft in diesem Jahr in Köln

Berlin, 31. März 2026 | AUMA | gekürzte Claude-Fassung 

AUMA-Aussteller-Ausblick 2026/2027: Messebeteiligungen stabil, aber selektiver

Trotz wirtschaftlicher Flaute halten rund 59 % der befragten Unternehmen ihre Messebeteiligungen konstant. Die durchschnittliche Zahl der Beteiligungen sinkt leicht von 5,4 auf 5,1 – Aussteller setzen auf weniger, aber strategisch relevantere Messen.

97,5 % der Unternehmen betrachten Messen weiterhin als unverzichtbar; mit 77,5 % zählen sie zu den am höchsten bewerteten Marketinginstrumenten – gleichauf mit dem persönlichen Verkauf. Besonders hoch ist der Stellenwert in der Produktion (84,3 %), etwas geringer im Handel und bei Dienstleistungsunternehmen.

Größte Herausforderung bleiben steigende Kosten (64,1 %), gefolgt von erhöhtem Budgetdruck durch die angespannte Wirtschaftslage (54,5 %).

Basis: Befragung von 400 ausstellenden Unternehmen aus Deutschland, November 2025.

Deutsche Messewirtschaft fordert mehr Unterstützung der Politik in Bund und Ländern

Deutsche Messewirtschaft fordert mehr Unterstützung der Politik in Bund und Ländern
  • Branche steht für Milliarden-Wertschöpfung in Deutschland

  • Prognos-Studie zu Effekten auf Jobs, Steuern und Investitionen veröffentlicht

  • Erste umfassende Erhebung seit 2018

Berlin, 3. März 2026 | 11,8 Milliarden Euro geben ausstellende Unternehmen für ihre Messeauftritte in einem durchschnittlichen Messejahr in Deutschland aus. Besucherinnen und Besucher von Messen hierzulande geben durchschnittlich 3,9 Milliarden Euro in dem Zeitraum aus. Hinzu kommen regelmäßige Investitionen von hiesigen Messegesellschaften in Infrastruktur und Energieeffizienz in Höhe von 140 Millionen Euro. Das zeigen vertiefende Zahlen der soeben veröffentlichten Studie „Der Messe-Effekt: Wertschöpfung, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit“ zur wirtschaftlichen Bedeutung der Messewirtschaft in Deutschland. Es ist die erste größere Erhebung dieser Art seit 2018. Erstellt wurde die Studie vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA. 

Die Studie zeigt, dass die direkten Ausgaben und Investitionen von rund 15,9 Milliarden Euro weitere, indirekte wirtschaftliche Effekte in Höhe von 10,1 Milliarden Euro auslösen. Diese entstehen vor allem durch Zulieferbeziehungen. Noch einmal 3,9 Milliarden Euro Wertschöpfung entstehen entlang der Lieferkette, sogenannte induzierte Effekte. 

Zusammengenommen trägt die Messewirtschaft in Deutschland damit Jahr für Jahr mit gut 30 Milliarden Euro wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei. Die aktuelle Prognos-Studie zeigt zudem, dass in Deutschland wenigstens 280.000 Arbeitsplätze durch die Messewirtschaft gesichert werden. Neben der Messebranche selbst werden vor allem Jobs im Transportbereich, im Gastgewerbe sowie im Handel gesichert oder geschaffen.

  • Philip Harting, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Die deutsche Messewirtschaft ist Schlüsselindustrie für die internationale Vernetzung und eine Exportförderung ersten Ranges. Deutschland ist Messeplatz Nummer 1 in der Welt. Zwei Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden in Deutschland statt. Die Wirtschaftspolitik in Bund und Ländern muss den Messeplatz Deutschland stärken: Eine moderne und digitale Visa-Vergabe für unsere ausländischen Messegäste, eine Top-Verkehrsinfrastruktur sowie Messe-Förderprogramme, die einer führenden Exportnation gerecht werden, sind die Basis für die weltweite Spitzenposition.”

Ein durchschnittliches Messejahr sorgt zudem für 5,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen für den Staat. Besonders der Bund profitiert mit allein knapp 2,4 Milliarden Euro, gefolgt von den Ländern mit gut 2,3 Milliarden Euro. Dafür sorgen vor allem die Einkommens- und Umsatzsteuer. An die Kommunen in Deutschland fließen durch das Messegeschäft rund 700 Millionen Euro an Steuergeld. 

Die Prognos-Studie basiert auf einer großangelegten Befragung von mehr als 33.700 Besucherinnen und Besuchern und von über 17.700 ausstellenden Unternehmen in Deutschland. Durchgeführt wurde sie zwischen September 2024 und Oktober 2025 bei 30 Messeveranstaltungen an zehn deutschen Messeplätzen. Sie steht repräsentativ für einen durchschnittlichen Messeturnus mit mehr als 1.800 Messeveranstaltungen über zwei Jahre. Nicht eingeflossen in die Erhebung sind wirtschaftliche Effekte durch Vertragsabschlüsse auf Messen.

Der AUMA ist der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V., der Dachverband der deutschen Messewirtschaft. International wie national vertritt er die Interessen aller großen und mittleren Messegesellschaften Deutschlands, internationaler Veranstalter in Deutschland sowie der Verbände, welche Aussteller, Service-Unternehmen, kleine Messeveranstalter, Besucherinnen und Besucher vertreten.

Gleich 70 Messeplätze zwischen Nordsee und Bodensee machen das Messeland weltweit einmalig. Mit 3,25 Millionen Quadratmetern Hallenfläche stellt Deutschland allein ein Fünftel der europäischen und mehr als sieben Prozent der weltweiten Ausstellungsfläche. Zwei Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden hierzulande statt. 65 Prozent der Aussteller und 35 Prozent der Fachbesucher aller Leitmessen kommen im Schnitt aus dem Ausland. Internationale, nationale und regionale Messen in Deutschland ziehen in Spitzenzeiten über 235.000 ausstellende Unternehmen und 16 Millionen Besucherinnen und Besucher an. 

Durch Messen in Deutschland werden wenigstens 280.000 Jobs gesichert. Die Messewirtschaft in Deutschland trägt Jahr für Jahr mit gut 30 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei. Bund, Länder und Gemeinden nehmen 5,4 Milliarden Euro an Steuern durch Messen in Deutschland ein.

Messe Friedrichshafen: Wirtschaftsschub durch Messen

Messe Friedrichshafen: Wirtschaftsschub durch Messen

Eine aktuelle Prognos-Studie bestätigt: Die Messe Friedrichshafen zählt zu den wichtigsten Wirtschaftstreibern der Region. Ihre Veranstaltungen erzeugen deutschlandweit 519 Millionen Euro Umsatz – davon bleiben 230 Millionen Euro im Bodenseekreis und 115 Millionen Euro im übrigen Baden-Württemberg. Besonders deutlich zeigt sich die regionale Verankerung: 56 Prozent der direkten Ausgaben von Besuchenden und Ausstellern fließen unmittelbar in den Bodenseekreis.
Durch die Messeaktivitäten werden jährlich rund 4.800 Arbeitsplätze gesichert, fast die Hälfte davon in der Region. Auch der Tourismus profitiert erheblich: Ein durchschnittliches Messejahr bringt 230.000 Übernachtungen im Bodenseekreis sowie weitere 35.000 Übernachtungen im Land.

Die Studie weist zudem 98 Millionen Euro Steuereinnahmen aus, wovon 11 Millionen Euro direkt an die Stadt Friedrichshafen und den Bodenseekreis gehen. Von den restlichen Mittel profitieren das Land Baden-Württemberg, die übrigen Bundesländern und der Bund.

Dienstleistungsbranchen wie Messeleistungen, Handel und Gastgewerbe zählen zu den größten Gewinnern. Besuchende geben pro Messebesuch im Durchschnitt 260 Euro aus, Aussteller investieren im Schnitt 46.000 Euro pro Unternehmen. Vor allem kleine und mittlere Aussteller tragen überdurchschnittlich zur regionalen Wertschöpfung bei.

„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark die Messe Friedrichshafen zur wirtschaftlichen Stabilität und Attraktivität des Standorts beiträgt“, betont Messegeschäftsführer Klaus Wellmann. „Unsere Veranstaltungen stärken Wertschöpfungsketten und sind ein unverzichtbarer Motor für die Region.“

Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Befragungen von Besuchenden und Ausstellern der Jahre 2024 und 2025. Laut AUMA trägt die deutsche Messewirtschaft jährlich mit rund 30 Milliarden Euro wirtschaftlichen Effekten zum Wohlstand des Landes bei.

Weitere Informationen: https://www.messe-friedrichshafen.de

 

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Auslandsmesseförderung 2026: Immer weniger German Pavilions weltweit

Auslandsmesseförderung 2026: Immer weniger German Pavilions weltweit
  • Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände auf Messen sinkt

  • Leichte Etat-Erhöhung gleicht jahrelange Kostensteigerungen nicht aus

  • 230 German Pavilions in diesem Jahr vorgesehen

 

Berlin, 12. Januar 2026 | Im neuen Jahr unterstützt das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums deutsche Unternehmen mit 236 Gemeinschaftsbeteiligungen auf Messen in über 50 Ländern. Für die Unterstützung von deutschen Unternehmen auf ihren ersten Auslandsmessen sind 44 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingestellt. Das ist zwar ein knappes Prozent mehr als im Vorjahr, die Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände, der German Pavilions, ist jedoch um zehn Prozent gesunken. Die Kosten von Auslandsmessebeteiligungen sind seit Jahren gestiegen, zuletzt um bis zu 40 Prozent. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA koordiniert das Programm für die ausstellende deutsche Wirtschaft und warnt vor einem weiteren schleichenden Abbau dieses zentralen Exportförderinstrumentes.

  • Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Das Auslandsmesseprogramm ist das starke Instrument für den deutschen Mittelstand, um in diesen fragilen Zeiten neue Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen. Der Deutsche Bundestag muss deutlich mehr Mittel zur Verfügung stellen, um deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Wir fordern eine Erhöhung des Budgets um fünf Millionen auf mindestens 49 Millionen Euro, um die hohe Qualität und starke Quantität halten zu können. 20 deutsche Gemeinschaftsstände weniger auf den Messen weltweit bedeuten hundertfach weniger Exportchancen für den deutschen Mittelstand.“

Die wichtigste Weltregion der staatlichen Förderung 2026 bleibt Süd-Ost-Zentralasien mit rund 95 Beteiligungen. In Nordamerika sind 34 Beteiligungen vorgesehen, gefolgt vom Nahen und Mittleren Osten mit 33 German Pavilions. Die fünf wichtigsten Länder der Förderung sind die USA (32 Beteiligungen), China (27), die Vereinigten Arabischen Emirate (23), Indien (20) sowie Saudi-Arabien und Singapur (je 10).

Bei den im AMP geförderten Messen trägt der Bund rund 50 Prozent der direkten Messekosten, alle weiteren Kosten das ausstellende Unternehmen. Studien belegen, dass die Beteiligung an Auslandsmessen den Export der deutschen Wirtschaft enorm ankurbelt, was wiederum Sicherung für Produktion, Arbeitsplätze und Steuern hierzulande bedeutet. In Zahlen: 1 Steuer-Euro Investition ermöglicht rund 216 Euro Wertschöpfung.

Jährlich nehmen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen die Förderung des Bundes in Anspruch. Seit Start des Programms 1949 sind derart mehr als 215.000 kleine und mittelständische Unternehmen des deutschen Mittelstands auf Auslandsmessen gewesen.

Das AMP umfasst im ersten Halbjahr rund 120 Messebeteiligungen. Ausgewählte Termine:

  • Januar, USA: Das Jahr startet mit vier German Pavilions in den USA: 115 Aussteller präsentieren ihre Produkte in Las Vegas, San Francisco, Anaheim und Miami Beach unter der Dachmarke “made in Germany”. Den Auftakt machte bereits die International CES – Consumer Electronics Show.
     
  • Februar, Vietnam: Erstmals richtet die Messe Frankfurt auf Antrag des Gesamtverbandes textil+mode einen German Pavilion auf der Vietnam International Trade Fair for Apparel, Textiles and Textile Technologies (VIATT) in Ho-Chi-Minh-Stadt aus. Die VIATT ist die führende Fachmesse der Region für die gesamte textile Wertschöpfungskette. Termin ist der 26. bis 28. Februar.
     
  • März, Italien: Mit dem German Pavilion auf der Cosmoprof in Bologna steht die stärkste Beteiligung der deutschen Kosmetikindustrie an. Vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) eingebracht, präsentieren sich vom 26. bis 28. März mehr als 50 Aussteller.
     
  • April, China: Rund 90 Aussteller präsentieren sich auf dem German Pavilion auf der Chinaplas, eine der größten Beteiligungen im AMP. Die Fachmesse für Kunststoff- und Gummi-Industrie gilt als wichtigstes Branchenereignis in Asien. Sie findet vom 21. bis 24. April in Shanghai statt.
     
  • Mai, Saudi-Arabien: Das Land zählt zu den Top-Fünf-Auslandsmärkten der deutschen Aussteller im AMP. Drei der zehn geplanten German Pavilions finden im Mai in Riad statt.
     
  • Juni, weltweit: Einer der stärksten Monate im Auslandsmesseprogramm 2026. Gleich 23 German Pavilions sind weltweit geplant, davon sieben erstmals.
     

Der AUMA-Arbeitskreis Auslandsmessebeteiligungen schlägt dem Bundeswirtschaftsministerium jährlich Messen für das AMP vor. Der Arbeitskreis besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der exportorientierten deutschen Spitzen- und Fachverbände, der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), des Auswärtigen Amtes und der Bundesländer. 

 

Der AUMA ist der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V., der Dachverband der deutschen Messewirtschaft. International wie national vertritt er die Interessen aller großen und mittleren Messegesellschaften Deutschlands, internationaler Veranstalter in Deutschland sowie der Verbände, welche Aussteller, Service-Unternehmen, kleine Messeveranstalter, Besucherinnen und Besucher vertreten..

Nachhaltigkeitsregulatorik: Ausblick 2026

Nachhaltigkeitsregulatorik: Ausblick 2026

Der regulatorische Höhepunkt des vergangenen Jahres fiel auf Dezember. Kurz vor Weihnachten einigten sich die europäischen Ko-Gesetzgeber im sogenannten Omnibus-I-Paket auf den Adressatenkreis der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD). Zudem verschob Brüssel die Entwaldungsverordnung (EUDR) kurz vor Anwendungsbeginn erneut um ein Jahr. Einen Meilenstein bei der Umsetzung der europäischen Richtlinien in Deutschland markierte die Novellierung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), das künftig Umweltaussagen und -siegel strenger regeln wird.

Auch 2026 bleibt die nachhaltigkeitsbezogene Regulatorik inhaltsreich. Das sind wichtige Themen, die die Messeakteure im Bereich Nachhaltigkeit im neuen Jahr beschäftigen werden.
 

EU-Ebene

  • Entwaldungsfreie Lieferketten: EUDR
    Nach einem kurzfristigen Beschluss in Brüssel wurde der Anwendungsbeginn für Unternehmen erneut um ein Jahr – auf Ende 2026 – verschoben und der Betroffenenkreis präzisiert. Nun soll die EU-Kommission bis Ende April einen Bericht zur Zweckmäßigkeit weiterer Vereinfachungen vorlegen. Mit Blick auf Bereiche Standbau und Catering ist die EUDR auch für Messeakteure relevant.
     
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung: ESRS und VSME
    Die von der EFRAG überarbeiteten europäischen Standards für berichtspflichtige Unternehmen (ESRS) werden derzeit von der EU-Kommission geprüft und müssen anschließend von weiteren Institutionen bestätigt werden. Die rechtliche Verankerung der Entwürfe wird für den Sommer erwartet. Anschließend soll der Standard für freiwillige Berichterstattung (VSME) erneut geprüft und per delegiertem Rechtsakt verankert werden.
     
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung: EU-Taxonomie 
    Anfang 2026 ist ein neuer delegierter Rechtsakt erschienen, der erste gezielte Vereinfachungen der EU-Taxonomie einführt, darunter die finanzielle Wesentlichkeitsschwelle für die KPI-Offenlegung. Im Parallelprozess zum Omnibus wurde eine umfassende Revision angekündigt – neben einer KMU-Tauglichkeit geht es um eine Vereinfachung der technischen Bewertungskriterien (für die Taxonomiekonformität) sowie um eine Erweiterung des Katalogs der Wirtschaftstätigkeiten (Taxonomiefähigkeit).
     
  • Auftragsvergabe: Public Procurement Act
    Für Mitte 2026 ist die Überarbeitung der EU-Vorschriften für die Vergabe öffentlicher Aufträge geplant. Diese legen unter anderem fest, inwieweit soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt werden sollen. Das Europäische Parlament empfahl vor wenigen Monaten bereits, bei der Auftragsvergabe auf Lebenszykluskosten, soziale Standards und die Einhaltung von Tarifverträgen zu achten.
     

Nationale Umsetzung und Gesetzgebung

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung: Umsetzung der CSRD
    Die abschließende Lesung des Regierungsentwurfs über die Umsetzung der CSRD wird kommende Wochen erwartet. Die Verschiebung der Berichtspflichten aus der sogenannten Stop-the-Clock-Richtlinie sind dabei in dem Entwurf bereits enthalten. Die jüngsten Änderungen auf EU-Ebene bezüglich Inhalt sowie der neuen Schwellenwerte für das Reporting gemäß der CSRD und CSDDD müssen – voraussichtlich in einem sich anschließenden Gesetzgebungsverfahren – ebenfalls in deutsches Recht überführt werden.
     
  • Nachhaltiges Bauen: Umsetzung der EPBD
    Die europäische Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) muss bis 29. Mai in nationales Recht umgesetzt werden, voraussichtlich primär über die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die Richtlinie enthält strengere Vorgaben zur Energieeffizienz, den schrittweisen Übergang zu Nullemissionsgebäuden für Neu- und Bestandsbauten sowie die Offenlegung von Lebenszyklusemissionen.
     
  • Kreislaufwirtschaftsstrategie und Gewerbeabfallverordnung
    Das Aktionsprogramm zur Umsetzung der vor einem Jahr beschlossenen nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie – u.a. mit den Fokusthemen digitaler Produktpass, nachhaltiges Bauen und zirkuläre öffentliche Beschaffung – steht kurz vor der Verabschiedung durch die Bundesregierung. Der Beschluss der Novelle der Gewerbeabfallverordnung, die eine strengere Abfalltrennung, Kontrollen und höhere Recyclingquoten vorsieht und im Juli 2026 in Kraft treten soll, steht noch aus.

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